1001 Zucker – welche Zuckerarten solltest du meiden?

Zuckerarten, Zuckeralternativen

Naja gut… 1001 Arten von Zucker sind vielleicht etwas übertrieben. Aber manchmal kommt es einem so vor. In diesem Zucker-Jungel vieler verschiedener Zucker-Bezeichnungen.

Du denkst Zucker gibt es nur in Süßigkeiten? Leider nein, Zucker steckt in fast allen natürlichen und durch die Lebensmittelindustrie hergestellten Nahrungsmittel.

“Zucker ist der Soziopath unter den Lebensmitteln. Er agiert süß, aber er ist in Wirklichkeit Gift. ” -Karen Salmansohn

Sich zuckerfrei zu ernähren wird immer beliebter. Aber verwirren dich auch immer wieder diese vielen unterschiedlichen Bezeichnungen für Zucker? Und fragst du dich auch, welche Zuckeralternativen du nehmen kannst, um doch ein wenig Süße in deine Speisen zu bekommen?

Für mich war es besonders am Anfang der Ernährungsumstellung schwer und verwirrend, welche Zuckerarten man essen konnte und welche wirklich besonders ungesund sind.

Ich habe in diesem Artikel einen Überblick über die bekanntesten Zuckerarten und Zuckeralternativen erstellt, damit du einen Durchblick bei all den vielen verschiedenen Bezeichnungen für Zucker bekommst.

Finde heraus, welche Zuckeralternativen sogar in vernünftigem Maß gesund sind und welche du aus deiner Ernährung streichen solltest.

Was ist Zucker überhaupt?

Zucker ist nicht gleich Zucker – und das ist ja auch das verwirrende an der Sache.

Grundsätzlich sind Zucker Kohlenhydrate. Sie sind lebensnotwendig für die Funktion deines Körpers und liefern dir Energie. Die Kohlenhydrate gehören neben den Eiweißen und Fetten zu den drei Hauptnährstoffen. Kohlenhydrate kommen in tierischen und auch pflanzlichen Lebensmitteln vor. 

Dein täglicher Kohlenhydratbedarf liegt laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei 50-60%, das entspricht etwa 5 g Kohlenhydrate je Kilogramm Körpergewicht. Allerdings ist das nur ein grober Richtwert, da dein Alter, Geschlecht, tägliche Aktivitäten und Lebensumstände die Werte beeinflussen.

Zucker wird dabei in drei Gruppen eingeteilt: Einfach-, Zweifach- und Mehrfachzucker. Alle drei Zuckerarten sind von Natur aus in Lebensmitteln enthalten.

Einfachzucker (Monosaccharide)

Einfachzucker sind die kleinsten Bausteine der Kohlenhydrate.

In dieser Gruppe findest du die folgenden Zucker:

  • Glukose (Traubenzucker)
  • Fruktose (Fruchtzucker)
  • Galaktose (Schleimzucker)

Einfachzucker schmecken besonders süß, sind leicht verdaulich und es ist keine Spaltung im Körper mehr notwendig.

Zweifachzucker (Disaccharide)

Zweifachzucker bestehen aus zwei Einfachzucker-Bausteinen.

In dieser Gruppe findest du die folgenden Zucker:

  • Saccharose (Rohr- und Rübenzucker, Haushaltszucker)
  • Maltose (Malzzucker)
  • Laktose (Milchzucker)

Zweifachzucker schmecken etwas weniger süß als Einfachzucker und werden bei der Verdauung in Einfachzucker gespalten, um von deinem Körper verwertet werden zu können.

Mehrfachzucker (Polysaccharide)

Mehrfachzucker  bestehen aus vielen Einfachzucker-Bausteinen.

Zu den Vertretern gehören:

  • Stärke
  • Ballaststoffe

Mehrfachzucker haben keinen bzw. minimalen süßen Geschmack. Da bereits im Mund die Kohlenhydratverdauung beginnt und teilweise der Mehrfachzucker in die Einfachzucker- Bausteine aufgespalten wird, entsteht der süßliche Geschmack im Mund.

Der Körper nimmt den Mehrfachzucker langsamer auf als die Einfach- und Zweifachzucker. Dadurch hast du länger das Gefühl satt zu sein. Außerdem sind Lebensmittel mit Mehrfachzuckern in der Regel reich an Mineralstoffen und Vitaminen. Beispielsweise haben die stärke- und ballaststoffreiche Lebensmittel wie beispielsweise Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte etliche Mehrfachzucker.

Wieviel Zucker sollten wir maximal täglich essen?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt aktuell einen täglichen maximalen Zuckerverzehr von 10% – besser jedoch nur 5 % – der täglichen Kalorien. Allerdings geht es hier um den Zucker, der den Getränken und Speisen zusätzlich hinzugefügt wird. Also es ist nicht der Fruchtzucker in Obst oder Gemüse gemeint.

Wenn du also ca. 2000 Kalorien am Tag zu dir nimmst, dürftest du nur 20 g zugesetzten Zucker essen, um die Empfehlung der WHO zu erreichen. Wieviel Zucker hast du heute schon gegessen? Schaffst du es nicht mehr als 20g „schlechten“ Zucker zu dir zu nehmen? 

Ich vermute, dass die wenigsten 20 g oder weniger Zucker am Tag essen. Obwohl sie wissen, dass Zucker nicht nur dick, sondern auch krank macht.

Als ich damals anfing mir meinen Tagesumsatz an hinzugefügten Zucker anzusehen, wurde mir schwindelig. Es gab Tage da habe ich ohne mit der Wimper zu zucken das 4-6 fache von den empfohlenen 20-25 Gramm zu mir genommen. 

Für deine Ernährung ist besonders ausschlaggebend wieviel Einfachzucker du zu dir nimmst. Denn diese gehen viel schneller als Mehrfachzucker ins Blut und lassen so auch viel schneller deinen Blutzuckerspiegel ansteigen.

4/5 deines Kohlenhydratbedarfs sind durch Mehrfachzucker zu decken. Am besten in Verbindung mit Ballaststoffen.

Nur 1/5 des gesamten Kohlenhdyratbedarfs solltest du maximal über die einfachen Zucker – also Süßigkeiten und andere Haushaltszucker) decken.

Um eine Übersicht zu gängigen Zuckerarten und -alternativen zu bekommen, liste ich nachfolgend nun bekannte Zuckerarten mit einigen zusätzlichen Informationen auf.

Verschiedene bekannte Zuckerarten und was du darüber wissen solltest

Fructose/Fruchtzucker

Auf den ersten Blick klingt Fruchtzucker gesund, da er assoziiert mit Früchten in Zusammenhang zu stehen. Und wir sollen doch viel Obst essen, oder etwa nicht?

In den letzten Jahren wurde immer mehr erforscht, dass bei dem Verzehr von übermäßigem Fruchtzucker ähnlich negative Auswirkungen gibt wie bei Haushaltszucker. 

Fruchtzucker ist süßer als Haushaltszucker und billiger in der Produktion, sodass er oft in verarbeiteten Lebensmitteln zu finden ist. Negativ ist es zudem, dass diese Art von Zucker weniger satt macht und man somit in der Regel automatisch mehr davon isst.

Fruchtzucker ist mittlerweile dafür bekannt Krankheiten auszulösen und auch mitverantwortlich für den weltweiten Anstieg von Übergewichtigen zu sein. Isst du zu viel Fruchtzucker, führt das unweigerlich zu einer Fettleber, die weitere Krankheiten nach sich zieht. Außerdem hat Fruchtzucker die Eigenschaft, das wir ein höheres Verlangen nach noch mehr Essen haben. Ein Teufelskreis entsteht.

Es gibt auch viele Menschen, die eine Intoleranz gegen diese Zuckerart entwickelt haben. Viele wissen es gar nicht. Das Problem bei dieser Unverträglichkeit ist, dass es zu Darmbeschwerden und Schädigung der Darmflora kommen kann. Wie du die Schädigungen natürlich heilen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Ich möchte hier aber hervorheben, dass die gefährliche Süße dieser Zuckerart in der künstlich, verarbeiteten Variante steckt – also in den sogenannten Fertigprodukten. Ganze Früchte hingegen kannst du getrost in normalen Mengen essen. Aufgrund wichtiger Ballaststoffe und Vitamine in den Früchten wird das schnelle Anlagern des Zuckers in der Leber verhindert.

Das Problem ist heutzutage, dass wir durch die verarbeiteten Lebensmittel zu viel zusätzlichen Fruchtzucker zu uns nehmen. Also die Dosis macht das Gift.

Wo kommt dieser Zucker vor: u.a. Obst, Marmelade, Fruchtsäfte, in etlichen Fertigprodukten

Glukose/Traubenzucker

Diese Zuckerart ist dir vielleicht auch schon unter dem Namen Dextrose untergekommen.  Dieser Zucker wird in der Lebensmittelindustrie aus Kartoffel- und Maisstärke gewonnen.

Glukose ist der wichtigste Energiequelle für dich und versorgt alle Zellen mit der notwendigen Energie. Besonders für das Gehirn und die Muskeln ist Glukose der Hauptenergielieferant. Es kann im Körper in Glykolen umgewandelt und in Muskeln oder der Leber gespeichert werden.

Der Blutzuckerspiegel wird durch den im Blut enthaltenden Glukose-Wert bestimmt. Das Hormon Insulin und Glukagon regeln den Blutzuckerspiegel. Insulin senkt den Blutzuckerspiegel und Glukagon erhöht ihn.

Bei Diabetikern ist der Blutzuckerwert stets erhöht, da die Insulin-Produktion nicht mehr richtig funktioniert. Die hohen Blutzuckerwert können viele Organe im Körper schädigen und schwerwiegende Folgeschäden erzielen.

Wo kommt dieser Zucker vor: u.a. Obst, Honig (58%), Fruchtsäfte

Galaktose/Schleimzucker

Der Schleimzucker ist ein Bestandteil des Milchzuckers. Dieser Zucker besitzt die Eigenschaft ganz ohne Insulin in die Zellen gelangen zu können.

Es gibt heute Erkenntnisse darüber, dass dieser Zucker sich bei einem übermäßigen Verzehr negativ auf den Alterungsprozess auswirkt. Außerdem steht er in Verdacht chronische Entzündungsvorgänge, sowie Gehirnabbauprozesse in Gang zu setzen.

Milch steht seit einiger Zeit bereits in der Kritik, da es sich immerhin um eine Lebensmittel für Säuglinge handelt. Säuglinge benötigen einen erhöhten Energiebedarf, um zu wachsen und da ist die (Mutter-)Milch das Beste was die Kleinsten bei deren Entwicklung unterstützt. Man sollte sich also immer vor Augen halten, dass die Kuhmilch biologisch also eigentlich für die Kälbchen gedacht ist.

Wir Erwachsene benötigen diese Art von Energie nicht mehr. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert deinen Milchkonsum auf das Mindeste zu reduzieren. 

Vielleicht kannst du dich ja auch mit den pflanzlichen Alternativen anfreunden? Bereits 2 Gläser Milch am Tag sind die kritische Menge, bei der die negativen Folgen zu tragen kommen.

Wo kommt dieser Zucker vor: u.a. Sojasoße*, Sauerkraut*, Jogurt, indirekt als Laktose in Milch oder Buttermilch

*durch den Gärungsprozess wird Galaktose freigesetzt.

Saccharose/Haushaltszucker

Diese Zuckerart kennst du bestimmt auch als Kristallzuckern oder „weißen Zucker“. Er wird aus dem Zuckerrohr oder der Zuckerrüben gewonnen.

Der Haushaltszucker besteht aus den zwei Einfachzuckern Glukose und Fruktose. Durch den Herstellungsprozess gehen alle Nährstoffe verloren. Somit hat der Haushaltszucker weder Vitamine noch andere Mineralstoffe, sondern nur leere Kalorien. Dadurch gilt er als Vitaminräuber, da der Körper beim Abbau von Zucker Vitamine benötigt.

100g Haushaltszucker haben 400 leere Kalorien – also 400 kcal ohne jeglichen Mehrwert für dich und deinen Körper. Bei einem allgemeinen Tagesbedarf von ca. 2000 Kalorien ist das einfach viel zu viel an sinnloser Energie. Findest du nicht auch? Fast 1/4 deines Tagesbedarfs… 

Zur Veranschaulichung gebe ich dir noch mit auf dem Weg, dass eine Tafel 100g Vollmilch-Schokolade zwischen 50-60g Zucker beinhaltet. Und ich kenne es von mir früher, dass bei einem gemütlichen Abend eine Tafel Schokolade schnell verputzt ist.

Wo kommt dieser Zucker vor: u.a Gelierzucker, Kandiszucker, Puderzucker, Würfelzucker, Karamell, Rohrzucker, Zuckerkulör, viele Fertigprodukte.

Mich überrascht immer wieder die Annahme, dass brauner Zucker gesünder sei. Leider unterscheidet sich brauner Zucker allerdings kaum in seinen Nährstoffgehalten und ist genau so ungesund wie der weiße raffinierte Zucker.

Laktose/Milchzucker

Diese Zuckerart findest du von Natur aus in Milch und besteht aus den zwei Einfachzuckern Glukose und Galaktose.

Laktose ist nur halb so süß wie der Haushaltszucker und wird trotzdem in vielen Fertigprodukten als Füllstoff und Streckmittel verwendet.

Wo kommt dieser Zucker vor: u.a. natürlicher Bestandteil von Milch und Milchprodukten, viele Fertigprodukte als Füllstoff und Streckmittel

Maltose/Malzzucker 

Malzzucker besteht aus zwei Einfachzuckern Glukose. Dieser Zucker entsteht beim Keimen von Getreide.

Wo kommt dieser Zucker vor: u.a. Bier, Sojasprossen*, Gerstenkeime*, als Süßungsmittel in der Lebensmittelindustrie

*durch Samenkeimung wird Maltose freigesetzt

Invertzucker

Dieser Zucker wird aus Stärke gewonnen und besteht aus den beiden Einfachzuckern Glukose und Fruktose. Er wird als Sirup in viele Fertigprodukte gemischt.

Aufgrund der Zusammensetzung könntest du den Invertzucker auch als Glukose-Fruktose-Sirup oder Isoglukose auf der Zutatenliste entdecken.

Wo kommt dieser Zucker vor: u.a. als Bindemittel in Schokoriegeln, Müsli, Pralinen, Eiscreme, Puddings, Milchreis

Gesunde bzw. gesündere Zuckeralternativen aus der Natur

Honig

Dieses Naturprodukt ist sogar etwas süßer als Haushaltszucker. Auch die Kalorien sind mit dem Haushaltszucker vergleichbar, sodass auch hier der Blutzuckerspiegel rasant ansteigt. Hauptbestandteile des Honigs sind ca. 20-40% Glukose und knapp 30% Fruktose .

Allerdings spricht einiges dafür, dass du diese natürliche Süße bevorzugen solltest. So nimmst du in der Regel automatisch weniger Süße – und somit weniger Kalorien – zu dir, weil es von Grund auf bereits süßer ist als der Haushaltszucker. 

Honig besitzt eine entzündungshemmende Wirkung.

Zudem enthält Honig wichtige Antioxidantien, Magnesium, Eisen, Kalium, Kalzium sowie die Vitamine B und C – allerdings nur so lange wie der Honig nicht über 40°C erhitzt wird.

Ahornsirup

Ahornsirup ist ein Naturprodukt, welches 60-65% der Süßkraft von Haushaltszucker hat. Er lässt den Blutzuckerspiegel nicht so rasch ansteigen als Haushaltszucker.

Wenn du Ahornsirup kaufst, solltest du darauf achten, dass je heller die Farbe des Ahornsirups ist, desto gesünder ist er. Er besitzt zudem entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften.

Ich selbst, schwöre mittlerweile auf diese Süße und nehme Ahornsirup ab und an für meinen morgendlichen Jogurt oder Müsli. Auch auf gesunden Pancakes oder Waffeln macht diese Zuckeralternative eine gute Figur.

Dattelsirup

Ich liebe Dattelsirup und Datteln im Allgemeinen als Zuckeralternative. Die Natur hat uns diese extrem süßen Früchte nicht umsonst geschenkt – lecker!

Datteln werden entsteint und mit Wasser eingekocht. Im Anschluss wird das Ganze dann gepresst, gefiltert und zu Sirup eingedickt.

Es gibt auch Dattelzucker, der sehr gut zum Backen verwendet werden kann. Allerdings ist Dattelzucker (noch) nicht so einfach in den Lebensmittelmärkten um die Ecke zu finden.

Reissirup

Diese Zuckeralternative hat überhaupt keinen Fruchtzucker und ist somit für Menschen mit einer Fructoseintoleranz interessant.

Bei Reissirup handelt es sich um Reismehl, welches in Wasser aufgelöst und stark erhitzt wird. Diesem Gemisch wird ein Enzym beigefügt, welches die Reisstärke in Zucker umwandelt. Zum Schluss wird das Gemisch gefiltert und eingekocht.

Reissirup ist nicht so süß wie Haushaltszucker und dadurch isst man in der Regel mehr davon. Aus diesem Grund bitte mit Bedacht zu sich nehmen.

Kokosblütenzucker

Kokosblütenzucker ist nicht so süß wie Haushaltszucker.

Er enthält in geringen Mengen gesunde Nährstoffe wie Kalium, Eisen, Zink. Zumeist ist auch der Ballaststoff Inulin enthalten. Inulin unterstützt eine gesunde Darmflora.

ungesündere Zuckeralternativen aus der Natur

Agavendicksaft

Der Agavendicksaft wird aus aus dem Saft der Agave gewonnen und besteht hauptsächlich aus Fruktose.

Er ist süßer als Haushaltszucker. Aus diesem Grund nimmt man in der Regel automatisch weniger davon zu sich. Aufgrund seines hohen Fruktosegehalts solltest du Agavendicksaft aber sparsam verwenden.

Fruchtdicksaft

Bei Fruchtdicksaft handelt es sich um ein hochkonzentrierten, eingedickten Fruchtsaft, der durch Einkochen oder Wasserentzug hergestellt wird. Es gibt eine Vielzahl verschiedener Früchte, die als Basis dienen können. 

Die Dicksäfte aus Früchten sind ein Naturprodukt, welches weniger süß als Haushaltszucker sind. 

Allerdings gibt es auch einen Nachteil, denn Obst besteht auch immer aus Fruktose. Die negativen Auswirkungen von Fruktose findest du oben bei Fruktose erklärt. Daher bitte sparsam verwenden.

Zuckerrübensirup

Bei dem Zuckerrübensirup handelt es sich um ein Abfallprodukt der Zuckerherstellung. Es ist nicht so süß wie Haushaltszucker und dunkler und zähflüssiger als zum Beispiel Ahornsirup.

Zuckerrübensirup ist ein guter Eisenlieferant, reich an Magnesium, Folsäure und Kalium und somit ebenfalls eine wirklich gesunde Zuckeralternative.

(Ungesunde) Zuckeralternativen

Grundsätzlich kannst du die ungesunden Zuckeralternativen in Zuckeraustauschstoffe und Süßstoffe unterscheiden.

Süßstoffe werden synthetisch hergestellt und die Süßkraft ist höher als bei den Zuckeraustauschstoffen. Bei Zuckeraustauschstoffen handelt es sich um in der Natur vorkommende Kohlenhydrate und sie haben Kalorien im Gegensatz zu den Süßstoffen.

Alle Lebensmittelzusatzstoffe, also auch Zuckeraustauschstoffe und Süßmittel, werden in der EU mit “E”- Nummern gekennzeichnet. Diese Nummern findest du auf den meisten verarbeiteten Lebensmitteln im Supermarkt.

Sie können die Darmflora nachhaltig negativ verändern.

Zuckeraustauschstoffe

Zuckeraustauschstoffe sind sogenannte Zuckeralkohole und so eine Sache für sich…
Es handelt sich bei dieser Zuckeralternative um chemisch hergestellte Verbindungen, die im Vergleich zu Haushaltszucker viel weniger Kalorien haben. Die Basis bilden in der Regeln natürlich vorkommende süße Substanzen.

Aus diesem Grund werden Zuckeraustauschstoffe gern in Diät,-Light- oder Zero-Produkten verwendet.

Durch den Verzehr größerer Mengen von Zuckeraustauschstoffen, kann dein Gewicht allerdings sogar steigen. Die Ursache ist, dass diese chemischen Stoffe appetitanregende Signale an dein Gehirn senden. So lässt meistens ein nachhaltiger Abnehmerfolg auf sich warten -egal wieviele Diätprodukte du isst.

Wenn du größere Mengen von Zuckeraustauschstoffen zu dir nimmst, wirken sie außerdem abführend und es kann zu Durchfall kommen.

Einige bekannte Beispiele und ihre besonderen Merkmale zeige ich dir jetzt:

Sorbit (E 420)

Sorbit wurde ursprünglich aus Vogelbeeren gewonnen. Aber auch Obst wie Birnen, Äpfel, Aprikosen und Pfirsichen haben einen hohen Sorbitgehalt.

Der Zuckeraustauschstoff heutzutage wird industriell aus Mais- oder Weizenstärke, also Glukose, gewonnen. Die Süßkraft beträgt durchschnittlich 50% der Süßkraft von Haushaltszucker. Hierfür werden Enzyme eingesetzt, die auch gentechnisch verändert sein können.

Die Lebensmittelindustrie verwendet diesen Zuckeraustauschstoff neben Süßungsmittel auch als Emulgator, Füllstoff oder Feuchthaltemittel.

Wo kommt dieser Zucker vor: u.a. abgepacktes Gebäck wie Muffins oder Kuchen, Speiseeis, Nahrungsergänzungsmitteln

Stevia (E 960)

Stevia wird aus der Stevie-Pflanze gewonnen und hat bis zu 300 mal stärke Süßkraft als Haushaltszucker. Allerdings schmeckt Stevia eher lakritzartig und erinnert geschmacklich nicht wirklich an Haushaltszucker.

Die Herstellung umfasst viele aufwändige chemische Verfahren – oft unter Verwendung von umweltschädigenden Aluminiumsalze.

Über 90% der Weltproduktion von Stevia kommt aus China.

Viele halten Stevia für eine gesunde Alternative, allerdings ist Stevia genauso schädlich wie andere Süßstoffe. Denn auch Stevia hat einen langen Verarbeitungsprozess hinter sich. Im Vergleich zur Stevia-Pflanze verändern sich die Eigenschaften und Wirkungen. Das Endprodukt hat wenig mit der natürlich Pflanzen gemeinsam.

Hersteller dürfen übrigens diesen Zuckeraustauschstoff nur in festgelegten Höchstmengen in Ihren Produkten verwenden.

Da der Geschmack dem herkömmlichen Zucker nicht sehr ähnelt wird vielen Produkten mit Stevia noch zusätzlicher Zucker hinzugefügt, damit der Verbraucher den vertrauten süßen Geschmack erhält. Leider führt das dazu, dass das Produkt in der Regel unnötig mehr Zucker enthält.

Wo kommt dieser Zucker vor: u.a. viele Diätprodukte, Marmelade, Jogurt, Speiseeis, viele Light/Zero-Getränke, Gummibären

Xylit (E 967)

Diesen Zuckeraustauschstoff kennst du vielleicht auch als Birkenzucker. Er wird aus der Rinde der Birke gewonnen, kann aber auch aus anderen Hölzern, Mais-oder Getreidestärke gewonnen werden.

In einem aufwändigen mehrstufigen Verfahren wird Xylit unter hohem Druck und hohen Temperaturen hergestellt.

Auch wenn es nachweislich wenig gesundheitliche Nachteile gibt, muss man bedenken, dass Xylit ein stark verarbeitetes Produkt ist, welches dadurch keine Nährstoffe besitzt.

Wo kommt dieser Zucker vor: u.a. zuckerfreie Kaugummis, viele glutenfreie Lebensmittel, kalorienreduzierte Lebensmittel, Fertigprodukte, Limonaden

Erythrit (E 968)

Natürlicherweise kommt Erythrit in Pilzen, Käse oder Pistazien vor.

Künstlich wird dieser Zuckeraustauschstoff durch Fermentation von Stärke mittels Pilzen oder Hefen hergestellt. Die Pilze und Hefe, die zum Einsatz kommen, sind nicht kennzeichnungspflichtig und dürfen sogar gentechnisch verändert sein.

Wie bei Sorbit liegt die Süßkraft bei etwa 50% vom Haushaltszucker.

Wo kommt dieser Zucker vor: u.a. Diätprodukte, Wein, Sojasoße

Süßstoffe

Süßstoffe sind synthetisch hergestellte Verbindungen, die meist eine deutlich höhere Süßkraft als Haushaltszucker haben und praktisch kalorienfrei sind.

Durch den Verzehr größerer Mengen von Süßstoffen, kann dein Gewicht allerdings sogar steigen. Die Ursache ist, dass diese chemischen Stoffe appetitanregende Signale an dein Gehirn senden. So lässt meistens ein nachhaltiger Abnehmerfolg auf sich warten -egal wieviele Diätprodukte du isst.

Wie auch schon die Zuckeraustauschstoffe stehen Süßstoffe in Verdacht die Darmflora aus dem Gleichgewicht zu bringen und so chronische Krankheiten, Übergewicht und Krebs zu begünstigen. Aktuelle Studien zeigten sogar einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Süßstoffen und Alzheimer.

Für Diabetiker können Süßstoffe als Ersatz gut funktionieren – solange die empfohlene Menge eingehalten wird.

Oft findest du verschiedene Süßstoffe in einem Lebensmittelprodukt. Warum? Süßstoffe haben oft einen unangenehmen Geschmack, der uns nicht an Zucker erinnert. Die Lebensmittelindustrie kennt genau die verschiedenen Süßstoff-Verhältnisse, die notwendig sind, um den bekannten süßen Geschmack herzustellen.

Um einige häufig verwendete Süßstoffe zu nennen, findest du nachfolgend 4 Beispiele.

Acesulfam K (E 650)

Acesulfam K schmeckt etwa 200 mal süßer als Haushaltszucker und wird aus einem aufwändigen mehrstufigen Verfahren gewonnen.

Wo kommt dieser Zucker vor: u.a. zuckerreduzierte Lebensmittel (Süßwaren, Getränke, Brotaufstriche, etc.), Fruchtjogurts, Zahnpasta

Aspatarm (E 651)

Aspartam ist etwa 200 mal süßer als Haushaltszucker und wird aus den Eiweibausteinen Phenylalanin und Asparaginsäure gewonnen.

Aspatarm steht schon lange im Verdacht schädlich für unseren Körper zu sein und trotzdem wird er in mehr als 5.000 Produkten verwendet.

Wenn unser Körper Aspartam verstoffwechselt, entstehen Methanol, Asparaginsäure und Phenylalanin. Bei einigen Menschen können diese Stoffwechselprodukt für Allergien oder Kopfschmerzen sorgen. Aspartam steht heutzutage sogar in Verdacht Epilepsie oder Hirntumore auslösen zu können. Weitere Nebenwirkungen sind Stimmungsschwankunge, Vergesslichkeit und Schwindel.

Wo kommt dieser Zucker vor: u.a. Kaugummis, viele zuckerreduzierte Lebensmittel (Süßwaren, Getränke, Brotaufstriche, etc.)

Cyclamat (E 652)

Cyclamat hat die geringste Süßkraft unter den Süßstoffen und ist nur etwa 35 mal süßer als Haushaltszucker.

In den USA ist dieser Süßstoff seit 1969 verboten, da Studien an Tieren ein erhöhtes Risiko für Blasenkrebs und Fruchtbarkeitsstörungen nachgewiesen hat.
Grundsätzlich soll Cyclamat aber erst bei größeren Mengen gesundheitsschädlich sein.

Wo kommt dieser Zucker vor: u.a. viele zuckerreduzierte Lebensmittel (Süßwaren, Getränke, Brotaufstriche, etc.), Nahrungsergänzungsmittel

Saccharin (E 654)

Saccharin ist bis zu 700 mal süßer als Haushaltszucker, ist der älteste Süßstoff auf dem Markt und ist unter den Süßstoffen, derjenige mit der höchsten Süßkraft.

Wo kommt dieser Zucker vor: u.a. viele zuckerreduzierte Lebensmittel (Süßwaren, Getränke, Brotaufstriche, etc.), alkoholische Getränke, Arzneimittel, Zahnpflegeprodukten

Fazit

Das allerwichtigste für deine zuckerfreien oder -reduzierten Ziele ist es, ein Bewusstsein für deinen Zuckerkonsum zu entwickeln.

Versuche nicht mehr als 20-25g zugesetzten Zucker am Tag zu essen. Das ist zu Beginn schwer- aber ich verspreche dir es lohnt sich.

Als Fazit möchte ich festhalten, dass unser Körper nicht einen Gramm zusätzlichen Zucker benötigt, um funktionieren zu können. Die natürlich Aufnahme von Zucker durch in der Natur vorkommenden Produkte wie Obst und Gemüse ist vollkommen ausreichend.

Falls du aber Zucker verwenden möchtest, versuche dich an die (gesünderen) Zuckeralternativen zu halten. Damit klappt es auch langfristig mit einer gesunden Ernährung.

Welche Zuckeralternativen isst du am Liebsten?

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