Die Entstehung von Allergien (und was du dagegen tun kannst)

Feld mit Gräsern

Allergien gehören mittlerweile zu den Volkskrankheiten in der westlichen modernen Welt ganz weit oben auf die Liste. Immer mehr Menschen reagieren auf eigentlich harmlose Stoffe mit einer enormen Abwehrreaktion des Immunsystems. Weltweit leiden über 30 % der Bevölkerung  an Allergien. In Deutschland sind mittlerweile über 20 Millionen Menschen betroffen – Tendenz steigend.

Niesen, Husten, tränende Augen und Atemnot sind nur einige der möglichen Beschwerden. Aber warum leiden immer mehr Menschen an Allergien? Warum gerät das Immunsystem aus dem Gleichgewicht und was kann man machen, wenn Pollen, Hausstaub, Tierhaare und andere Allergene zur Belastung geworden sind? All das erfährst du in diesem Artikel.

Allergie – Was ist das und wie entsehen sie?

Eine Allergie ist eine Überreaktion des Immunsystems, welches vollkommen fehlgeleitet und übertrieben auf eigentlich harmlose Substanzen reagiert. In diesem Fall sind dann für das Immunsystem nicht mehr nur Pilze, Viren, oder Bakterien die  bösen Feinde, sondern u.a. auch Pollen, Hausstaub oder Tierhaare.

Aber wie entsteht eine Allergie überhaupt? 

Die meisten von uns sind nicht mit einer Allergie auf die Welt gekommen, sondern die meisten Allergien entwickeln sich. Eine Allergie ensteht in den meisten Fällen also im Laufe des Lebens.

Bis das Immunsystem aber so heftig auf harmlose Stoffe reagiert, passieren einige unbemerkte Vorgänge im Körper. Wenn das Immunsystem aber erst einmal fehlerhaft “programmiert” und überfordert ist, muss man genau diese ersten Triggerpunkte herausfinden und rückgängig machen. Nur dann kann eine Allergie wieder abklingen – aber dazu später mehr.

Eine Allergie tritt immer erst beim zweiten Kontakt mit dem Allergen, sogenannte Antigene, auf. Bei dem ersten Kontakt mit einem Allergen beginnt die Sensibilisierungsphase, in der der Körper das Allergen als Fremdstoff identifiziert und das allererste Mal Abwehrstoffe dagegen bildet. Es tritt in diesem Statium (der Sensibilisierung) noch keine allergische Reaktion auf.

Aber nun erst einmal zum Anfang:

Wenn ein fremder Eindringling vom Immunsystem erkannt wird, schickt er spezialisierte weiße Blutkörperchen, die sogenannten B-Lymphozyten, zum Ort des Geschehens. Diese bilden passend zu dem Eindringling (also den Allergenen) die richtigen Antikörper, sogenannte Immunglobuline. Diese Antikörper sind Y-förmige Proteine, die sich an das Allergen heften und es so als Eindringling markieren können. Dadurch weiß das Immunsystem nun direkt beim nächsten Mal, dass es sich bei diesem Allergen um einen Fremdstoff handelt und bekämpft werden muss.

Aber wie geht das genau? 

Dafür produziert das Immunsystem sogenannte Gedächtniszellen nach einem Erstkontakt mit einem Allergen (Eindringling). Kommt nun das Allergen noch einmal in den Körper, schlagen die Gedächtniszellen sofort Alarm und das Immunsystem bildet direkt die passenden Antikörper, um den Eindringling unschädlich zu machen. Das Immunsystem ist also bestens vorbereitet.

Als Folge merkst du nun die typischen Allergie-Symptome, z.B. niesen, husten, tränende und juckende Augen oder Atemnot.

Entstehung von Allergien - hustender Mann

Was löst die allergische Reaktion aus

Insgesamt unterscheidet man zwischen 4 verschiedenen Allergietypen. Die vier Typen unterscheiden sich in Reaktionszeit und im Allergie-Ablauf, der im Körper aktiviert wird.

Typ I Allergie -oder Soforttyp Reaktion

Also wir wissen nun, dass die Immuglobuline, also die Antikörper die Allergene bekämpfen. Es gibt viele verschiedene Immunglobuline. Wenn wir uns aber nur das Thema “Allergien” angucken, ist besonders das Immunglobulin E (auch bekannt als Antikörper IgE) aktiv.

Dieser Antikörper IgE ist für das Entstehen einer Allergien des Typ I verantwortlich.  Allergien vom Typ I treten am häufigsten auf. Hierzu zählen nämlich Allergien, die durch Tierhaare, Blütenpollen oder Hausstaubmilben ausgelöst werden. Eine heftige allergische Reaktion tritt innerhalb von Sekunden bis Minuten auf. Es kommt also zu einer Sofortreaktion.

Wenn nun also ein Allergiker erneuten Kontakt mit einem Allergen hat, fängt der IgE-Antikörper den Feind ein. Dabei entsteht ein sogenannter Antikörper-Antigen-Komplex. Das besondere ist dabei, dass das IgE-Antigen nur auf dieses eine spezielle Allergen reagiert. Wenn du zum Beispiel gegen Gräserpollen allergisch bist, würde dein Immunsystem Birkenpollen völlig kalt lassen.

Dieser Antikörper-Antigen-Komplex ist normalerweise harmlos. Das Problem bei diesem Komplex ist nur, dass er ganz spezielle Abwehrzellen einsetzt – nämlich die Mastzellen. Diese Mastzellen produzieren u.a. das entzündungsauslösendes Histamin. Sobald sich also diese Komplexe an eine Mastzelle docken, erfolgt die unaufhörliche Freisetzung von Histamin.

Die Mastzellen sind in den Schleimhäuten (also Darm-, Bronchial- und Nasenschleimhaut sowie im Augenbindehaut). Das ist auch der Grund, warum sich genau dort die allergischen Reaktionen zeigen. Dort schwellen dann nämlich die Schleimhäute an und ein starker Juckreiz entsteht. 

Typ II Allergie – oder zytotoxische Reaktion

Dieser Typ ist sehr selten und wird daher in diesem Artikel nicht näher beschrieben. Hierzu gehören beispielsweise sehr schwer verlaufende Immunerkrankungen oder durch Arzneimittel ausgelöste Blutarmut, eine sogenannte Anämie.

Typ III Allergie – oder Immunkomplexreaktion

Auch dieser Typ wird in diesem Artikel nicht näher beschrieben, da er nur sehr selten vorkommt. In diese Kategorie fallen zum Beispiel Lungenerkrankungen mit grippeähnlichen Symptomen (exoge-allergische Alveolitis) oder auch allergisch bedingte Entzündungen der Blutgefäße (allergische Vaskulitis).

Typ IV Allergie – oder Spättyp Reaktion

Neben den Allergien, bei denen sofort eine eine Immunantwort des Körpers erfolgt, gibt es noch allergische Reaktionen, die wesentlich langsamer ablaufen. Bei einer solchen sogenannten Spätreaktion treten die Beschwerden erst ein bis mehrere Tage (meist 12 bis 72 Stunden später) nach dem Kontakt mit dem Fremdstoff auf. Symptome können hier Rötungen, Juckreiz oder Bläschen auf der Haut oder nässende Hautstellen sein.

Zu diesem Allergietyp zählen u.a. die Kontaktallergien.

Der Unterschied zum Allergie-Typ I ist, dass nicht der IgE-Antikörper und das Histamin für die Überempfindlichkeit verantwortlich sind. Sondern spezielle weiße Blutkörperchen, die sogenannten T-Lymphozyten.

Der erste Kontakt mit einem Allergen verläuft identisch wie beim Typ I.  Allerdings wechseln beim zweiten Kontakt die Verantwortlichen, d.h. die T-Lymphozyten setzen besondere Botenstoffe, sogenannte Lymphokine frei. Diese Botenstoffe informieren sofort nach dem Eindringen der Fremdstoffe die Makrophagen (das sind Fresszellen). Diese Fresszellen zerstören dann den Eindringling. An dieser Stelle kommt es zu einer Entzündungsreaktion, die eine allergische Reaktion zur Folge hat. Diese Art der allergischenen Reaktionen treten zeitlich versetzt auf.

Da im Gegensatz zum Allergie-Typ I die Symptome zeitlich verzögert auftreten, ist es bedeutend schwerer herauszufinden welche Allergen die Allergie auslösen.

Warum entstehen Allergien?

Der Hauptgrund für die steigenden Zahlen an Allergikern ist unser moderner Lebensstil. Das Leben in der sogenannten westlichen Welt hat sich in den letzten Jahrzehnten gravierend verändert.  

Wir ernähren uns ungesund, bewegen uns zu wenig, stehen unter ständigem Stress, setzen uns so vielen giftigen Umweltfaktoren wie nie zuvor aus und haben eine übertriebe (Körper-)Hygiene. Das sind nur einige der Faktoren, die für die Entstehung von Allergien verantwortlich sind.

Es gibt nicht DEN einen Grund für eine allergische Erkrankung, sondern es gibt möglicherweise mehrere Bereiche in uns, die Brandherde für die Allergie sein können. Wir alle sind individuell verschieden und so liegt der Schwerpunkt auch bei jedem woanders.

Dieser moderne Lebensstil begünstigt u.a. eine gestörte Darmflora. Sie richtet nachhaltig Schäden in der Darmschleimhaut an und das ist ein idealer Nährboden für Allergien.

Pollenallergie - Gräser

Die verschiedenen Arten der Allergien

Pollenallergie

Das ist die wohl die bekannteste und häufigste Allergieart. Besonders Pflanzen, die sich durch den Wind fortpflanzen (Windbestäuber), machen den Menschen mit Heuschnupfen die meisten Probleme. Durch den Wind werden  zum Teil große Mengen an Pollen durch die Luft gewirbelt und lösen so die klassischen Symptome aus. Die bekannten allergischen Reaktionen treten auf.

Die Pollenallergie lässt sich noch einmal in drei Gruppen einteilen.

Allergie auf Gräser- und Roggenpollen

80% der Allergiker reagieren auf Gräserpollen und das leider in der schönen Sommerzeit. Denn die Hauptblütezeit ist hier der Juni und Juli.

Allergie auf Baumpollen

Aber auch der Frühling ist eine schlechte Zeit für Heuschnupfengeplagte, denn hier fangen die Bäume an zu blühen. Besonders vielen Betroffenen machen die Birkenpollen (im April) oder die Hasel (Februar) und die Erle (März) zu schaffen.

Allergie auf Kräuterpollen

Auch der Spätsommer hält ein paar allergieauslösende Pollen bereit. So blüht im August z.B. Beifuß, welches ein bekannter Vertreter dieser Gruppe ist.

Kreuzallergie

Vielleicht kennst du es selbst?

Du konntest immer alles essen und ganz plötzlich hat sich bei dir eine Allergie entwickelt und es gibt immer mehr Nahrungsmittel, die du nicht gut veträgst.

Das hängt damit zusammen, dass die Proteinstruktur der allergieauslösenden Pollen den Proteinstrukturen einiger Lebensmittel sehr ähnlich sind. Die Reaktion des Immunsystems ist aus diesem Grund die selbe. Bei dieser Allergieart spricht man von einer Kreuzallergie.

Du hast vermutlich die gleichen oder ähnliche Symptome wie bei der Pollenallergie. Meist wird das sogenannte orale Allergiesyndrom aktiviert, d.h. deine Lippen, aber auch die Mund- und Rachenschleimhäute fangen an zu kribbeln bzw. es einsteht eine Juckreiz. Es kann aber auch zu Schwellungen der Schleimhaut kommen, die das Einatmen erschweren. Manchmal kann es auch zu Hautreaktionen, Kreislauf- oder Magen-Darm-Problemem kommen.

Es gibt im Großen und Ganzen auch hier 3 Gruppen an Pollen die unterschiedliche Kreuzallergien auslösen können:

Kreuzallergie bei Gräser- und Roggenpollen: Es kann u.a. zu einer Kreuzallergie mit Erdnüssen, Soja, Erbsen, Bohnen und Getreide kommen.

Kreuzallergie bei Baumpollen: Es kann u.a. zu einer Kreuzallergie mit Äpfeln, Kirschen, Pfirsiche, Kiwis, Maracujas, Pfirsiche, Mandeln, Nüsse, Tomaten und Möhren kommen.

Kreuzallergie bei  Kräuterpollen: Es kann u.a. zu einer Kreuzallergie mit Tomaten, Möhren, Fenchel, Paprika, Sellerie, Oregano, Basilikum oder Muskatnuss kommen.

Ich konnte früher unter anderem kein Steinobst mehr essen. Die geliebten Kirschen und Pfirsische ließen meinen Hals extrem jucken und anschwellen, sodass ich Panik bekam nicht mehr genug Luft zu bekommen. Heute kann ich diese Leckerein zum Glück wieder essen. Also nur weil du aktuell das ein oder andere Obst/Gemüse nicht verträgst, muss das nicht heißen, dass es so bleiben muss.

staubiger Boden - Hausstauballergie

Hausstauballergie

Diese winzig kleinen Spinnentiere (Haustaubmilben) sind zwar mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen, allerdings können auch sie starke allergische Reaktionen auslösen. Und das schwierige ist, dass sie überall in jeder – wirklich jeder – Wohnung zu finden sind.

Normalerweise leben wir in friedlicher Koexistenz mit diesen kleinen Wesen. Wir ärgern uns vielleicht über den herumliegenden Staub und die Wollmäause, aber ansonsten passiert nichts. Für Allergiker bedeuten sie allerdings eine starke Abwehrreaktion des Immunsystems.

Die Hauststaubmilben lieben es besonders feucht und warm zu leben. D.h. sie sind sehr gern in Matratzen, im Kopfkissen und Bettdecken, aber auch auf Teppichen und Polstermöbeln zu Hause.

Besonders das eigene Bett macht den meisten Allergikern zu schaffen. Denn da verbringen wir in der Regel ja 6-8 Stunden schlafend – jede Nacht.

Das Interessante ist, dass nicht die Tierchen an sich das Problem sind, sondern vielmehr der Milbenkot. Besonders in den kalten Wintermonaten wird dieser Milbenkot vermehrt durch die Wohnung gewirbelt und löst so die bekannten Symptome aus. Dazu zählt der Fließschnupfen, Nies- und Hustenanfälle und juckende oder tränende Augen. Wenn diese Allergie eine Weile andauert, kann es zu einer dauerverstopften Nase kommen.

In schwerwiegenden Fällen kann eine (Hausstaubmilben-)Allergie aber auch  Probleme mit den Atemwegen auslösen. Es kann Asthma Bronchiale entstehen.

Tierhaarallergie

Diese Allergieart ist oft eine der emotionalsten, weil es nicht selten darum geht, ob man sein geliebtes Haustier behalten kann oder ob man es weggeben muss.

Bei dieser Art der Allergie sind die Tierhaare für Betroffene ein wirklicher Graus. Aber nicht die Haare sind ihr der wahre Grund für die überschießende Reaktion des Immunsystems, sondern viel mehr der Speichel, der Urin oder die Haut des Tieres. Denn alle diese Substanzen enthalten proteinhaltige Bestandteile, die die typischen Überempfindlichkeitsreaktionen hervorrufen können.

Grundlegend kann man auf alle Tiere allergisch reagieren, die Fell oder Federn haben.

Allerdings sind Katzenhaare besonders hartnäckig, da die Haare sehr gut schweben können. Sie können so sehr leicht an der Kleidung hängen bleiben und so auch in eigentlich katzenfreie Bereiche gelangen. Aber auch eine Allergie gegen Mäuse, Kanninchen, Hamster, Meerschweinchen und Vögel gibt es häufig. Seltener kommt es bei Hundenzu Tierhaarallergien.

Wie auch bei den anderen Allergiearten sind die ersten Symptome Fließschnupfen, Niesanfälle und gerötete Augen. Bleibt der Kontakt zu den Tieren länger bestehen und es wird nichts dagegen unternommen, kann es zur Verengung der Bronchien kommen, welche zu Asthma führen kann.

Kontaktallergie

Bei dieser Allergieart lösen körperfremde Stoffe eine Reaktion bei Hautkontakt aus. Meistens reagiert der Körper mit Ekzemen.

Die häufigsten Auslöser sind:

  • Duftstoffe (z.B. in Parfüms, Shampoos, Seifen, Duschgels, Kosmetika, Haushaltsreiniger),
  • Nickel (z.B. Modeschmuck, Piercings, Uhren, Münzen),
  • Kobalt (z.B. in Kosmetika, Metall-Legierungen, Zement),
  • Konservierungsmittel (z.B. in Lebensmittel, Weichspüler, Spülmittel, Sonnenschutzmittel, Shampoos, Duschgels, Kosmetika),
  • Klebstoffe (z.B. auf Pflaster)
  • Latex (z.B. in Handschuhen, Kleidung oder Kondomen).

Die Haut reagiert bei Kontakt des Allergens beispielsweise mit Bläschenbildung, Hautrötungen, trockener Haut und starkem Juckreiz. Später kann es dann zu Krusten- oder Schuppenbildung kommen.

Allergische Symptome – Wie äußern sie sich?

Die Schleimhäute produzieren zur Abwehr ein Sekret, welches die Augen tränen und die Nase laufen lässt. Durch niesen und husten soll der Eindringling nach draußen befördert werden. Wenn eine Allergie nicht behandelt wird oder im Besten Fall an der Ursache angepackt wird, kann es zum sogenannten “Etagenwechsel” kommen. Das heißt, dass die “normalen” Abwehrmechanismen des Immunsystem in schwerwiegenden  Fällen in die “Lunge rutschen” und so für noch mehr gesundheitliche Probleme und Einschränkungen sorgen können.

Ist die Bronchialschleimhaut (Lunge) betroffen, so kann es zu Verengung und Verschleimung der Bronchienkommen. Durch das Anschwellen der Schleimhaut in der Lunge kann es zu Atemnot oder sogar zu einem Asthma-Anfall kommen.

Die typischen Allergie-Symptome sind zusammengefasst:

  • gerötete Augen
  • juckende und tränende Augen
  • Fließschnupfen
  • Niesanfälle
  • dauerhaft verstopfte Nase
  • Atemnot bis hin zum Asthma bronchiale
  • Kribbeln und Juckreiz an Lippen oder Mund- und Rachenschleimhaut
  • Hautreaktionen
  • Magendarm-Beschwerden
  • Kreislaufbeschwerden

Worst Case: anaphylaktischer Schock

Die oben genannten Symptome können im schlimmsten Fall zu einem sogenannten lebensbedrohenden anaphylaktischen Schock führen. Das heißt, dies ist die maximale Körperreaktion und kann ohne Behandlung tödlich sein.

Dieser extreme Zustand beginnt meistens mit einem Juckreiz am gesamten Körper, innerlicher Unruhe, Kribbeln in den Handflächen oder den Fußsohlen sowie einem Taubheitsgefühl in der Zunge und im Rauchenraum. Es kann zu Rötungen und Schwellungen auf der Haut und zu Übelkeit, Kopfschmerzen, Durchfällen oder Erbrechen kommen.

Im nächsten Schritt verengt sich der Atemweg massiv, sodass es zu Schluckbeschwerden und zu Atemnot kommt. Meist werden die Betroffenen in dieser Situation panisch und können im weiteren Verlauf bewusstlos werden. Schlussendlich kann der Herzschlag sich entweder extrem verlangsamen oder erhöhen. Dies führt in der Regel zu einem Kreislauf- und Atemstillstand, was zum Tod führen kann. 

Aus diesem Grund muss beim anaphylaktischen Schock auf jeden Fall sofort ein Notarzt gerufen werden!

DNA - Allergie sind vererbbar

Sind Allergien vererbbar?

Bei Allergien spielen genetische Faktoren grundlegend eine Rolle.

Leidet zum Beispiel ein Elternteil an einer Allergie, so liegt das Risiko für das Kind bei etwa 20 % bis 35 %. Sind sogar beide Elternteile Allergiker steigt das Risiko sogar auf 40 % bis 60 %. Haben beide Elternteile sogar die gleiche Allergie liegt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Allergie entsteht bei 60 % bis 80 %

Allerdings kann auch eine Allergie auftreten, wenn beide Eltern keine Allergie haben. Das Risiko liegt statistisch hier bei 5-15 %. Das ziegt sehr gut, dass bei der Allergieentstehung eben auch noch andere Faktoren eine Rolle spielen.

Und meine eigene Erfahrung ist an dieser Stelle, dass nur weil man im Laufe seines Lebens an einer allergischen Erkrankung leidet, sollte man sich nicht auf den Gedanken “ist ja vererbt, da kann ich sowieso nichts machen” ausruhen. Denn wir haben sehr wohl viel mehr selbst in der Hand als wir meistens glauben.

Therapie von Allergien

An dieser Stelle soll erwähnt sein, dass es zwei unterschiedliche Ansätze für eine Therapie gibt.

Zum einen der schulmedizinische Ansatz, der die reine Symptombekämpfung in Betracht zieht.  Oder ein ganzheitlicher Ansatz, bei dem nach der wirklichen Ursache für die Allergie gesucht wird. Meistens erfolgt bei dem ganzheitlichen Ansatz  dann in der Regel ein kompletter Lebenswandel, anstatt einfach nur Medikamente einzunehmen. Denn das Einnehmen von Medikamenten verschlimmert die Allergie in der Regel sogar eher auf lange Sicht.

Medikamente - Symptombekämpfung

Symptombekämpfung -Schulmedizin

Schulmediziner gucken sich in der Regel ausschließlich die Symptomatik an und versuchen diese zu lindern. Sie hinterfragen die Ursache der Symptome nicht. Genau das ist der Grund, warum bei diesem Ansatz die Allergie nur zeitweise eingedämmt, nicht aber dauerhaft gestoppt werden kann.

Die Allergiebereitschaft bleibt also bestehen.

In der Schulmedzin werden meistens Medikamente wie Antihistaminika verwendet, um das bei der allergieauslösenden Reaktion entstehende Histamin einzudämmen. Dies führt zu einem schnellen Abklingen der Symptome. Meistens gibt es die Medikamente in Tropfenform (Augentropfen oder Nasenspray) oder in Tablettenform. Wenn Antihistaminika nicht helfen, wird teilweise sogar zu Medikamenten mit Cortison gegriffen.

Die Liste mit den möglichen Nebenwirkungen bei dieser Behandlung mit chemischen Substanzen ist lang. Sie reicht von gesteigerte Müdigkeit über Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme bis hin zu erhöhtem Blutdruck oder Blutzuckerspiegel.

Außerdem gibt die Schulmedizin gern den Rat, dass es am besten ist die Allergie einfach zu vermeiden, indem man den Allergenen aus dem Weg geht. Dies ist für mich ein fragwürdiger Ansatz. Denn die schönen Jahreszeiten nur im Haus bei geschlossen Fenstern zu verbringen, mindern die Lebensqualität extrem. Und das geliebte Haustier abgeben zu müssen, schmerzt und verursacht unter Umständen andere gesundheitliche Probleme (Psyche)

Hyposensibilisierung – nie wieder eine Allergie?

Diese Therapieform der Schulmedizin zielt darauf ab, dass der Patient dauerhaft von Allergien befreit ist. Dazu wird dem Betroffenen das Allergen immer wieder verabreicht. Dies kann über Spritzen, Tropfen oder Tablettenerfolgen.

Hierbei handelt es sich um eine Langzeittherapie, bei der die Allergendosis Stück für Stück gesteigert wird. Meist dauert die Hyposensibilisierung etwa 3 Jahre.

Durch die Sensibilisierung versucht man den Körper beizubringen, dass er anders auf das Allergen reagieren soll. Das Immunsystem wird richtig herausgefordert und man hofft, es “gibt einfach irgendwann auf” und findet sich mit dem Allergen ab.

Allerdings bleibt auch hier die eigentliche Allergiebereitschaft bestehen, denn die Ursachen für das Entstehen der Allergie wurden nicht beseitigt.

Es gibt einige Ausschlusskriterien, die diese Therapie nicht zulassen, dazu gehören z.B. Menschen mit:

  • einem geschwächten Immunsystem,
  • mit schwerem Asthma,
  • Herzerkrankungen,
  • Krebs,
  • Schwangere.

An dieser Stelle kann mich sich berechtigter Weise auch fragen, ob so eine Therapie überhaupt sinnvoll ist. Denn als erstes Ausschlusskriterium steht “ein geschwächtes Immunsystem” und unterm Strich sind alle Allergiker mit einem geschwächten Immunsystem ausgestattet.

Teeglas
ganzheitliche Gesundheit

Ursachenforschung – ganzheitlicher Ansatz

Aus meiner Sicht ist genau das die Methode der Wahl. Denn nur bei der Ursachenbekämpfung kann die Allergiebereitschaft reduziert werden. Im besten Fall kann es sogar zur kompletten Allergiefreiheit kommen.

Es gibt verschiedene Bereiche, die in Zusammenhang mit Allergien näher betrachtet werden sollten. Sobald man weiß, welcher Bereich besonders betroffen ist, kann ganz gezielt gehandelt werden.

In den meisten Fällen spielt auf jeden Fall der Darm eine zentrale Rolle. Die modernen Lebensumstände schädigen nämlich in der Regel in die Darmschleimhaut. Wenn du also weißt, warum bei dir Allergien auftreten, kann gezielt die Darmschleimhaut aufgebaut werden und das Immunsystem gestärkt werden. Je nachdem welcher Bereich besonders betroffen ist, gibt es unterschiedliche Maßnahmen.

Die 6 großen Bereiche, die unter die Lupe genommen werden sollten, sind folgende:

  • Darmgesundheit
  • Mindset
  • Nervensystem
  • Ernährung
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  • Nährstoffhaushalt
  • Atmung

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