Was ist SIBO? Ein Leitfaden für Anfänger

Ein Bauch mit Händen die ein Herz formen

Kennst du das Gefühl, wenn du gefühlt alles versucht hast, aber nichts wirklich hilft?

Genau so erging es mir. Jahrelang hüpfte ich von einem Arzt zum nächsten, probierte eine Diät nach der anderen aus, pendelte zwischen Hoffnung und Enttäuschung.

Mein ständiger Begleiter: Asthma und Allergien. Es zehrte an meiner Energie und legte Schatten auf meine Tage. Die Lösung kam aus einer Ecke, die ich nie erwartet hätte: SIBO. 

Als ich herausfand, dass ich unter einer bakteriellen Fehlbesiedlung und Überwucherung des Dünndarms litt und diese endlich in den Griff bekam, erlebte ich eine 180-Grad-Wendung.

Stell dir vor: Ein Leben ohne Asthma und voller Energie!

Wenn du wissen möchtest, was SIBO ist und wie es möglicherweise auch dein Leben beeinflusst, dann bleib hier und lies weiter. Tauche ein in meine Geschichte und lass dich inspirieren.

Was ist SIBO?

Die vier Buchstaben „SIBO“ stehen für „Small Intestinal Bacterial Overgrowth“, zu Deutsch: Bakterielle Überwucherung im Dünndarm. Doch was bedeutet das konkret?

1. Kurze Definition:  

SIBO tritt auf, wenn zu viele Bakterien – oft solche, die normalerweise im Dickdarm vorkommen – im Dünndarm anwachsen und es sich dort gemütlich machen.

Dieses Ungleichgewicht kann eine ganze Reihe von Beschwerden verursachen. Normalerweise gibt es nur sehr wenige Bakterien im Dünndarm.

Etwa 11% der Menschen weltweit haben eine SIBO. Und viele wissen es gar nicht.

2. Symptome und Anzeichen

Vielleicht kennst du das: KonzentrationsschwierigkeitenBlähungen nach dem Essen, Blähbauch, unregelmäßiger Stuhlgang, Verstopfung, Bauchschmerzen oder sogar Übelkeit. Das sind nur einige der Symptome, die SIBO mit sich bringen kann.

Sie wirken oft harmlos, sind alltäglich und werden deshalb häufig ignoriert. Doch hinter diesen Beschwerden kann mehr stecken, als man denkt.

60% aller Patienten mit dem Reizdarmsyndrom haben eigentlich eine SIBO. Wenn man also den Reizdarm mit einer SIBO-Therapie behandelt, würde es weniger Menschen mit diesen Problemen geben.

Die unerwartete Verbindung

Bild eines Darm in Händen

Es ist verblüffend, wie tiefgehend unser Darm mit anderen Körperteilen und -funktionen verbunden ist. Und wenn es im Darm ein Problem gibt – wie bei SIBO – dann kann das weitreichende Auswirkungen haben.

Oft wird bei der Darmgesundheit auf den Dickdarm geschaut, z.B. durch die Diagnostik des Mikrobioms.

Wenn hier jedoch versucht wird einfach eine Therapie und einen Darmaufbau mit Präbiotika und Probiotika anzusetzen und eigentlich eine SIBO vorliegt, kann das sogar eher zu noch mehr Problemen führen.

Chronische Krankheiten

Oft denken wir, dass der Darm nur für die Verdauung zuständig ist. Aber er spielt eine wesentliche Rolle für unser gesamtes Wohlbefinden. 

Ein Ungleichgewicht im Dünn- und Dickdarm kann sich auf den gesamten Körper auswirken.

So ist es mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass viele moderne Zivilisationskrankheiten mit einem kranken Darm in Verbindung gebracht werden.

Unser moderner Lebensstil kann die unter anderem die Darmschleimhaut schädigen und es entstehen kleine Löcher in der Darmwand. Das sogenannte Leaky Gut (der durchlässige Darm) entsteht.

Viele Asthmatiker und Allergiker haben ein Leaky Gut und können somit wichtige Nährstoffe und Vitamine gar nicht erst aufnehmen – egal ob sie zusätzlich Nahrungsergänzungsmittel nehmen oder nicht.

Aber nicht nur Leaky Gut führt zu massiven Problemen und chronischen Krankheitsbildern, sondern auch eine SIBO.

Warum es uns alle betrifft

Viele von uns könnten denken: “SIBO? Das betrifft mich doch nicht!

Aber tatsächlich kann dieses Ungleichgewicht im Dünndarm weit mehr Menschen betreffen, als wir annehmen. Etwa 11% der Bevölkerung auf der Welt leidet unter SIBO, bei Reizdarm-Patienten sind es sogar 60 – 75%.

Und es geht nicht nur um unmittelbare Symptome; es geht um die allgemeine Gesundheit und das Wohlbefinden unseres gesamten Körpers.

Die Ursache für eine SIBO kann unter anderem chronischer Stress sein. Stress reduziert unsere Darmtätigkeit – die Motilität. Dadurch bewegt sich der Darm nicht ausreichend und der Nahrungsbrei verweilt zu lange im Darm bis er weiter verarbeitet werden kann. Dadurch “fault” der Nahrungsbrei vor sich hin und die (schädlichen) Bakterien können sich leichter ausbreiten.

Auch ein permanentes Dauer-Snacking wirkt sich negativ aus. Denn dadurch kann der natürliche Selbstreinigung im Körper nicht ablaufen und die Bakterien fühlen sich pudelwohl und werden nicht gestört.

1. Weit verbreitete Auswirkungen

SIBO ist nicht nur ein Darmproblem. Wie bereits erwähnt, kann es das Risiko für oder die Schwere von Asthma und Allergien erhöhen.

Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs.

SIBO kann auch mit anderen chronischen Zuständen in Zusammenhang stehen, wie Fibromyalgie, chronische Müdigkeit, Gelenkschmerzen und mehr.

2. Die Bedeutung der richtigen Therapie-Reihenfolge

Wenn man an Darmaufbau denkt, stellen sich viele vor, einfach Probiotika einzunehmen oder fermentierte Lebensmittel zu essen.

Aber wenn SIBO im Spiel ist, muss auch SIBO zuerst behandelt werden.

Warum?

SIBO bedeutet, dass Bakterien bereits im Übermaß vorhanden sind und zwar im Dünndarm.

Wenn bei einer Stuhlprobe nun herausgefunden wird, dass Bakterien fehlen und diese einfach “aufgefüllt” werden, ohne das Grundproblem zu behandeln, kann dies die Situation verschlimmern. Denn über die Stuhlprobe bekommst du hauptsächlich Informationen über deinen Dickdarm, nicht bzw. sehr minimiert über deinen Dickdarm.

3. Warum SIBO zuerst behandelt werden muss

Bevor man daran arbeiten kann, eine gesunde Darmflora aufzubauen, muss das Ungleichgewicht, das durch SIBO verursacht wird, angegangen werden.

Es ist, als würde man versuchen, ein Haus auf einem unsicheren Fundament zu bauen. Die Basis muss stabil sein, bevor darauf aufgebaut werden kann.

Diagnose und Behandlung

Pillen und Nasenspray

Erkennen und richtig behandeln: Bei SIBO sind dies die zwei entscheidenden Schritte.

Wie findet man heraus, ob man betroffen ist? Und was kann man tun, um das bakterielle Ungleichgewicht wieder ins Gleichgewicht zu bringen? Hier eine Übersicht:

1. Wie erkennt man SIBO?

   – Tests: Der Atemtest ist die gebräuchlichste Methode zur Diagnose von SIBO. Dabei wird gemessen, wie viel Wasserstoff und Methan du ausatmest, nachdem du eine spezielle Zuckerlösung getrunken hast. Ein Anstieg dieser Gase in einem speziellen Zeitraum deutet auf SIBO hin.

   – Anzeichen: Neben den typischen Symptomen wie Blähungen oder Durchfall gibt es noch andere, weniger offensichtliche Anzeichen wie Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten oder Hautprobleme.

2. Ernährung und Lebensstil:

   – Spezifische Diäten: Es gibt spezielle Diäten wie die Low-FODMAP-Diät oder die SCD-Diät (Specific Carbohydrate Diet), die dabei helfen können, die Symptome von SIBO zu reduzieren und das Wachstum von Bakterien zu kontrollieren.

Allerdings kann durch eine Ernährungsumstellung oder Low-FODMAP-Diät die SIBO nicht geheilt werden. Nur die Symptome können verringert werden.

   – Lebensstil: Regelmäßige Bewegung und Stressabbau können ebenfalls helfen, das Risiko für SIBO zu verringern und die Darmgesundheit zu fördern.

3. Medikamentöse Behandlung

   – Antibiotika: Bei manchen Menschen kann eine kurze Antibiotikakur helfen, das bakterielle Ungleichgewicht im Darm zu korrigieren. Es ist jedoch wichtig, dies unter der Aufsicht eines Arztes zu tun und sicherzustellen, dass das richtige Antibiotikum in der richtigen Dosierung verschrieben wird.

   – Pflanzliche Heilmittel: Wer mich kennt, weiß, ich bevorzuge im ersten Schritt meist den Versuch von alternativen und ganzheitlichen Möglichkeiten.

Es gibt auch pflanzliche Alternativen, die bei der Behandlung von SIBO helfen können. Beispiele sind Oreganoöl oder Berberin. Aber auch hier ist es wichtig, sich von einem Experten beraten zu lassen.

Es ist entscheidend, zu verstehen, dass jeder Mensch individuell ist und das, was für den einen funktioniert, nicht unbedingt für den anderen geeignet ist.

Die Diagnose und Behandlung von SIBO erfordert daher oft einen maßgeschneiderten Ansatz. 

Falls du auf der Suche nach einem Experten bist, meld dich gern bei mir. Ich bin zertifizierte SIBO-Expertin und kann dir hier weiterhelfen.

Mein Coaching-Angebot zum Thema SIBO findest du hier.

Zusammenfassung und nächste Schritte

Achtsamkeit ist nicht Egoistisch

Die Reise durch das Thema SIBO kann überwältigend sein, besonders wenn man gerade erst damit konfrontiert wird.

Aber es ist wichtig zu wissen, dass es Wege zur Diagnose, Behandlung und letztlich zur Besserung gibt.

Hier eine kurze Zusammenfassung dessen, was wir bisher besprochen haben und was du als Nächstes tun kannst:

1. **Verstehen und Erkennen:**  

SIBO ist ein Ungleichgewicht von Bakterien im Dünndarm, das verschiedene Symptome und mit anderen Erkrankungen in Verbindung stehende Zustände hervorrufen kann.

 Ein Atemtest und die Beachtung spezifischer Anzeichen können bei der Diagnose helfen.

2. **Behandlungsansätze:**  

 Von Ernährungsumstellungen bis hin zu pflanzliche medikamentösen Behandlungen gibt es verschiedene Ansätze, um SIBO effektiv zu behandeln.

Es ist wichtig, einen individuellen und maßgeschneiderten Plan zu verfolgen, der auf deinen spezifischen Bedürfnissen und Symptomen basiert.

3. **Unterstützung finden:**  

Egal ob durch einen (ganzheitlichen) Facharzt, eine spezifizierte Ernährungsberaterin oder gut recherchierte Online-Ressourcen – es gibt viele Möglichkeiten, Hilfe und Information zu finden.

Persönliche Gedanken und Abschlussbetrachtung

Meine eigene Reise mit SIBO war nicht einfach.

Sie war geprägt von Unsicherheiten, Fehldiagnosen und oft auch von Verzweiflung. Aber sie hat mir auch gezeigt, wie wichtig es ist, auf seinen Körper zu hören und beharrlich nach Antworten zu suchen.

Ich möchte dir einige Gedanken mit auf den Weg geben, die mir in dieser Zeit geholfen haben:

1. **Resilienz entwickeln:**  

 Jede Reise hat ihre Höhen und Tiefen. Es ist okay, sich manchmal niedergeschlagen oder frustriert zu fühlen. Was zählt, ist, dass du nicht aufgibst und weiter nach Lösungen suchst.

2. **Körperliche und mentale Selbstfürsorge:**  

 Neben der Behandlung von SIBO ist es essenziell, sich um die eigene mentale Gesundheit zu kümmern. Meditation, Yoga oder einfach Spaziergänge können hierbei helfen.

3. **Eigene Forschung betreiben:**  

Auch wenn Experten da sind, um uns zu helfen, ist es doch entscheidend, dass du proaktiv wirst, Fragen stellst und dich selbst informierst.

Das macht dich zu einem Partner in deinem eigenen Heilungsprozess.

Abschlussgedanken

SIBO ist mehr als nur eine Diagnose. Es ist ein Weckruf dafür, tiefer in die eigene Gesundheit einzutauchen und zu verstehen, wie alles miteinander verbunden ist.

Wenn ich zurückblicke, bin ich dankbar für die Erkenntnisse und das Wachstum, das durch diese Herausforderung angestoßen wurde.

Ich hoffe, dieser Leitfaden hilft dir, deinen eigenen Weg durch die Komplexität von SIBO zu finden.

Erinnere dich daran, dass jeder Schritt, auch wenn er klein erscheint, ein Schritt in Richtung Heilung ist.

💛Du hast die Kraft und die Mittel, um deinem Körper das zu geben, was er braucht, um zu heilen und zu gedeihen.

Falls du dir bei diesem komplexen Thema Unterstützung und Wegbegleitung wünscht, bin ich gern für dich.

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